Clickertraining für Katzen: Die richtigen Verstärker wählen

Warum „Belohnung“ nicht gleich Verstärker ist – und was deine Katze wirklich motiviert

In diesem Beitrag dreht sich alles um Verstärker. Verstärker sind das, was du im Clickertraining als «Belohnung» brauchst – gleichzeitig sind sie aber auch unabhängig vom Clickertraining ein fester Bestandteil im Alltag und bei ganz vielen Lernvorgängen.

Du bekommst hier also nicht nur Grundlagenwissen, damit das Clickertraining mit deiner Katze klappt, sondern auch solches, das dir hilft, das Verhalten deiner Katze besser zu verstehen und einzuordnen.

Verstärker im Clickertraining mit Katzen

Inhaltsverzeichnis

Falls du schon mit deiner Katze clickerst oder dich schon mal zum Thema Clickertraining informiert hast, dann hast du bestimmt gehört, dass Clickertraining dank positiver Verstärkung funktioniert. Und vermutlich hast du auch gehört, dass Strafen im Clickertraining nicht vorkommen. Und um etwas Drittes zu vermuten, so hast du dich wahrscheinlich gefragt, wie z.H. du deine Katze denn belohnen sollst für etwas, das sie nicht von sich aus tut.

Und weisst du was? Du bist mit dieser Frage nicht allein. Und damit du und auch alle anderen, die sich diese Frage schon gestellt haben, eine Antwort bekommen, habe ich diesen Beitrag geschrieben. Denn – tatsächlich ist es im Grunde genommen ganz einfach. Und, obwohl es eigentlich einfach ist, so ist es dennoch auch komplex, denn es gibt ein grosses Missverständnis dabei: Das Wort Belohnung. Eine Belohnung ist nämlich nicht dasselbe wie ein Verstärker – und positive Verstärkung erfordert einen Verstärker, keine Belohnung. 

Und, um das Ganze noch ein wenig komplizierter zu machen, werfe ich noch den Begriff «Motivation» in die Runde – denn die ist es, die mit dem Verstärker getriggert wird.

Belohnung versus Verstärker im Clickertraining

Stell dir vor, du hast einen Job, bei dem du viel mit Kunden zu tun hast. Den Job selbst machst du nicht besonders gerne – sagen wir mal, weil du ihn langweilig findest. Aber du bekommst jeden Monat zuverlässig deinen Zahltag – das gibt dir erst mal ausreichend Motivation, um täglich deine Aufgabe zu erfüllen. Der Zahltag ist also deine Belohnung. Und wenn du vielleicht eine Lohnerhöhung bekommst, steigert dies kurzfristig deine Motivation, deinen Job auch wirklich gut zu machen. Aber wie das so ist: Wenn einem die Arbeit nicht gefällt, gerät man schnell wieder in den alten Trott und die Motivation sinkt.

Aber was passiert, wenn zum Beispiel die Kunden, die du jeden Tag am Telefon hast, dich immer wieder loben und du merkst, dass du ihnen wirklich helfen kannst? Ja genau! Deine Leistung steigt und der Job ist plötzlich nicht mehr so langweilig, selbst dann, wenn die Aufgaben dich überhaupt nicht fordern. Das Lob der Kunden und die gute Beziehung zu ihnen sind in diesem Beispiel die Verstärker, denn DIE sind es, die dich dazu bringen, täglich aufzustehen, zur Arbeit zu gehen und einen guten Job zu machen.   

Wie erkennst du, ob etwas ein Verstärker ist? Was macht einen Verstärker zu einem solchen?

Auch hier ist die Antwort eigentlich recht schlicht: Du und deine Katze, ihr habt es dann mit einem Verstärker zu tun, wenn er ein Verhalten stärker und/oder vermehrt auftreten lässt. Natürlich kommen im Clickertraining noch andere Faktoren dazu: Dein Timing beispielsweise: Wenn dein Timing nicht stimmt, wird der Verstärker nicht das gewünschte Verhalten verstärken, weil für deine Katze nur schwer ein gegenseitiger Bezug wahrnehmbar ist. Was stattdessen passieren kann ist, dass ein ganz anderes Verhalten verstärkt wird. Oder wenn die Aufgabe einfach zu schwierig ist, oder die Situation zu herausfordernd, auch dann wird der beste Verstärker das Verhalten nicht wie gewünscht verstärken.

 

Zum Beispiel:

Wenn deine Katze von ihrer Tour nach Hause kommt und draussen auf die Fensterbank springt, und du ihr das Fenster aufmachst, damit sie reinkommen kann, ist dies – vorausgesetzt natürlich, sie möchte reinkommen – ein Verstärker. Sie wird dann vermehrt auf die Fensterbank springen, um reinzukommen. Das Verhalten «Auf die Fensterbank springen» wurde also verstärkt dadurch, dass du das Fenster aufgemacht hast. Du hast bestimmt schon ganz viele solcher Momente erlebt – meist sprechen wir dann davon, die Katze sei «schlau» und habe etwas «durchschaut» – nicht wahr? Dabei ist es ein ganz natürliches Lernverhalten – eines, das zum Überleben notwendig ist.

Nehmen wir der Vollständigkeit halber an, sie möchte nicht reinkommen, du hebst sie aber vom Fensterbrett und rein, dann wird das Verhalten «Auf die Fensterbank springen» abgeschwächt – es wird zukünftig seltener gezeigt, wenn sie nicht reinkommen möchte.  

Fazit zu diesem Beispiel:

Es ist also ganz einfach: Wenn – in diesem Beispiel – deine Katze immer häufiger auf das Fensterbrett springt, hat das Öffnen des Fensters das Verhalten verstärkt – und wenn sie danach seltener hochspringt, hat das Reinheben nach dem Öffnen des Fensters das Verhalten abgeschwächt.

Also: Verhalten wird häufiger oder stärker gezeigt? Dann wurde es verstärkt. Verhalten wird seltener oder weniger stark gezeigt? Dann wurde es abgeschwächt.

Die Lerntheorie dahinter ist die operante Konditionierung – was das genau ist, und wie das funktioniert, erfährst du im Beitrag zur operanten Konditionierung, der aktuell noch in meiner Feder darauf wartet, in die Tasten zu kommen. Und auch zum Thema «Abschwächung» wird demnächst ein eigener Beitrag erscheinen. 

Ob etwas wirklich ein Verstärker ist, erkennst du nicht daran, dass du deiner Katze etwas „Belohnendes“ gibst. Du erkennst es daran, dass das Verhalten danach häufiger auftritt.

Gibt es für jede Katze den einen super-duper Verstärker?

Nun, JEIN – denn es kommt noch auf ganz andere Dinge an als nur auf den Verstärker selbst. Es kommt nämlich auch darauf an,

  • ob deine Katze den Verstärker in Zusammenhang bringen kann mit dem von ihr gezeigten Verhalten – im Clickertraining entscheidend sind hier dein Timing und ob der Verstärker ausreichen mit dem Marker (Clicker) verknüpft wurde.

  • ob die Katze aktuell gerade Bedarf hat an dem Verstärker –  (Motivation!), oder ob gerade etwas ganz anderes viel wichtiger ist für sie.

  • ob die aktuelle Gesamtsituation überhaupt passt, um den Verstärker zu bieten oder das Verhalten zu zeigen. Viele absolut talentierte Clickerkatzen haben NULL Lust, ihre Kenntnisse vielleicht vor Besuchern zu demonstrieren.

Wenn wir Verstärker nur im Kontext mit Clickertraining anschauen, dann gibt es in den meisten Fällen mindestens einen Verstärker, der für die Katze wirklich gut funktioniert. Am häufigsten vertreten sind tatsächlich Leckerlis oder Futter, gefolgt von Zuneigung (Bürsten, streicheln) und Aktivitäten, z.B. Spielen. Und bei den meisten Katzen können Verstärker auch kombiniert werden.

Der Vorteil, wenn du für deine Katze mehrere Verstärker hast, ist der, dass oft die  Motivation erhöht wird – denn, wenn deine Katze gerade keinen Bedarf an Leckerlis hat, könnte es ja sein, dass vielleicht das andere folgt. Es erlaubt dir, den Verstärker situativ an das aktuelle Bedürfnis deiner Katze anzupassen.

Fazit:

Es mag Katzen geben, die genau für Verstärker XY einfach ALLES machen würden – die meisten haben aber mehrere Dinge gerne, die als Verstärker eingesetzt werden können. 

Die mächtigsten Verstärker überhaupt: Funktionale Verstärker

Was ist ein funktionaler Verstärker? Ist das ein Verstärker, der eine Funktion erfüllt? Nein, eigentlich nicht direkt. Ein funktionaler Verstärker tritt dann auf, wenn eine Katze ihr Ziel erreicht.

Wenn wir im obigen Beispiel mit der Katze auf dem Fensterbrett davon ausgehen, dass sie reinkommen möchte, und sie einmal gelernt hat, dass das Fenster aufgeht, wenn sie hochspringt – dann wäre

=> die Funktion des Hochspringes das Reinkommen

=> und dass du danach das Fenster öffnest, wird zum funktionalen Verstärker.  

Oder wenn eine Katze zum Beispiel «stinkesauer» ist, weil sie vielleicht im Freigang in eine Auseinandersetzung mit einem Reviereindringling verwickelt war – oder ihn einfach gesehen hat und fand, «der gehört hier nicht hin», kann z.B. das Kratzmarkieren ein funktionaler Verstärker sein – das Verhalten «Kratzen an Fensterbrett» selbst wird also verstärkt, weil die Katze damit zum Ausdruck bringen kann: «Das hier gehört mir!». Und hier wird es super-spannend, denn da spielt nämlich noch etwas ganz anderes rein, nämlich der selbstverstärkende Effekt – mehr dazu erfährst du gleich im folgenden Kapitel. 

Den Begriff «stinkesauer» hab ich hier etwas unprofessionell gewählt, ich weiss – trotzdem hab ich ihn stehenlassen, weil er sich für uns Menschen besser greifen lässt als «emotional erregt» 😉

Intrinsische Einflüsse: Selbstverstärkende Verstärker 😉

Im Beispiel mit der «stinkesauren» Katze ist das Bedürfnis, die erhöhte Erregung wieder loszuwerden, ein intrinsischer Vorgang – intrinsisch bedeutet: Von innen kommend. Das Bedürfnis, sich «abzureagieren» entsteht im Organismus der Katze – die Katze lebt ihr Bedürfnis aus durch das Verhalten «Kratzen» – das Bedürfnis nach «Abreaktion» wird befriedigt.

Das Kratzen selbst wird also durch das Kratzen verstärkt und als zukünftige Strategie «abgespeichert» – das Verhalten Kratzen ist also in einer solchen Situation selbstverstärkend. 

Bestimmt kennst du selbst es von kleineren Wunden, z.B. einer Schürfwunde, dass dies unglaublich jucken kann. Dieses Jucken ist intrinsisch. Und, obwohl du GANZ GENAU WEISST, dass du nicht kratzen solltest, wirst du vermutlich GANZ GENAU DAS tun. Warum? Weil du einmal die Erfahrung gemacht hast, dass dir das im Moment des Kratzens echte Erleichterung bringt. 

Dass es sich bei beiden Beispielen um Kratzverhalten handelt, ist allerdings ein reiner Zufall 😉 Die intrinsischen Einflüsse haben natürlich anderen Ursprung…

Können selbstverstärkende Verstärker im Clickertraining eingesetzt werden?

Nun, es hört sich schwierig an, ist aber eigentlich etwas, das ganz automatisch passiert, WENN du das Training auf die Persönlichkeit und die aktuellen Phasen deiner Katze abstimmst.

Gerade beim Capturing fangen wir ja Verhaltensweisen ein, die eine Katze von sich aus zeigt. Und ja, ganz genau – daraus lässt sich schliessen, dass die Katze in dem Augenblick, wo du das Verhalten mit dem Clicker «einfängst», auf irgendeine Weise das Bedürfnis hatte, genau das Verhalten zu zeigen. Welcher Natur das Bedürfnis ist, kann dabei ganz unterschiedlich sein – z.B. Neugierde stillen, sich hinsetzen, deine Aufmerksamkeit bekommen, usw.

Was dabei aber schnell klar wird: Selbstverstärkende Verhaltensweisen eignen sich nicht wirklich als Verstärker anstelle von Leckerlis oder sonstigen Verstärkern, weil eine klassische Konditionierung schwierig wird – also die Verknüpfung von Marker und Verstärker; du kannst ja nicht wirklich gezielt ein Bedürfnis wecken, bzw. solltest du das nicht.

Zudem kannst du in einer geplanten Übungseinheit, wenn du mehrmals in Folge dasselbe Verhalten verstärken möchtest, die Bedürfnisse nicht gezielt hervorrufen. Wenn du aber deiner Katze im Alltag die eine oder andere Verhaltensweise beibringen möchtest, kannst du durchaus «den Flow» des Bedürfnisses mit nutzen, um damit deinen verknüpften Verstärker – z.B. das Leckerli – noch wertvoller zu machen.    

Kannst du alle oder mehrere Verstärker einsetzen im Clickertraining?

Nun, das kommt natürlich drauf an, WIE du trainieren möchtest und auch WAS du trainieren möchtest. Um Verhaltensweisen im Alltag zu verstärken, kannst du eigentlich alles nutzen, das deine Katze toll findet – das heisst, mal bürstest du sie, mal bekommt sie ein Leckerli, und mal kann sie in den Freigang, usw.

Wenn du aber beispielsweise ein Medical-Training machen möchtest, oder ein Sitz-Training, liegt auf der Hand, dass der Gang in den Freigang nicht der idealste Verstärker ist. 😉

Das heisst, mehrere Verstärker kombinieren? Ja, das geht. Aber du kannst nicht jeden Verstärker für alles einsetzen.  

Was passiert, wenn eine Katzen einen Verstärker sehr oft bekommt?

Wenn du deiner Katze den Verstärker oft gibst, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass deine Katze das Bedürfnis danach verspürt in dem Moment, wo du es möchtest.

In einer Clickertrainings-Einheit solltest du den Verstärker ungefähr 10-15 Male in Folge geben, und als Abschluss noch eine grosse Portion als «Dickes Lob & Danke, dass du das mit mir gemacht hast».

Zwischen den Clickertrainings-Einheiten solltest du den Verstärker ebenfalls gelegentlich bieten (mehr dazu gleich im Anschluss) – aber natürlich nicht so viel oder so oft, dass deine Katze beim Training dann die Nase voll davon hat. 

Wie in so vielen Dingen im Leben kommt es also auch hier auf die richtige Balance an. 

Was du unbedingt vermeiden solltest: Deiner Katze den Verstärker vorenthalten

Es ist WIRKLICH WICHTIG, dass du deiner Katze den Verstärker – den sie ja toll finden muss, um als Verstärker zu wirken – NICHT NUR anlässlich einer Clicker-Übungseinheit bietest. Egal, ob das Leckerli, Futter oder Spielen und Streicheln oder sonst etwas ist.

Denn einerseits würdest du dann deine Katze vernachlässigen – was indirekt als Tierquälerei betrachtet werden kann, denn Bedürfnisse sind schliesslich von der Natur nicht für nichts erschaffen worden.

Und andererseits hätte es auf euren Trainingserfolg auch keinen positiven Einfluss. Denn beim Clickertraining geht es ja in erster Linie ums Lernen.

Was lernt deine Katze, wenn sie z.B. ausgehungert ist, und weiss, es gibt gleich was? Nun – nicht viel, denn ihre Konzentration wird vollauf afs das Futter gerichtet sein. Nicht auf das Verhalten, das sie gezeigt hat, um an das Futter zu kommen. Allenfalls ruft ihr Gehirn eine bereits zuvor entwickelte Strategie ab, um an das Futter zu kommen – aber beim Clickertraining strebst du ja an, dass sie diese Strategie entwickelt und verfeinert, und nicht, dass sie sie rigoros einsetzen soll.

Und noch ein Effekt ist nicht zu unterschätzen: Wenn du den Beitrag «Clickertraining für Katzen: Was es ist und warum es funktioniert» gelesen hast, dann weisst du, dass in jedem Augenblick und mit jedem Lernvorgang auch die Bedingungen drum herum im Gehirn abgespeichert werden – und im Falle einer ausgehungerten Katze würde also auch dieser Zustand «Ausgehungert-Sein» mit abgespeichert – kein positiver Zustand.

Mit «Ausgehungert-Sein» meine ich hier nicht nur den Hunger auf Futter, sondern auch im übertragenen Sinne.

Was macht einen Verstärker tauglich für’s Clickertraining?

Bei einer klassischen Übungseinheit im Clickertraining – also wenn du ein paar Minuten lang ganz gezielt an einem Verhalten arbeiten möchtest – ist wichtig, dass du den Verstärker mehrfach in Folge und in kleinen Einheiten liefern kannst.

Es ist ebenfalls wichtig, dass deine Katze den Verstärker wirklich toll findet, zumindest unter normalen Umständen. Mit «normalen Umständen» meine ich, dass die Katze gesund ist, nicht gerade einem anderen Bedürfnis nachkommt, und die allgemeine Situation nicht gerade mega-irritierend ist für deine Katze.

Für die klassische Konditionierung, also die Verknüpfung von Verstärker mit Marker, ist zudem wichtig, dass du den Verstärker schnell liefern kannst – innerhalb von 2 Sekunden. 

Die einzelnen Verstärker-Gruppen im Visier:

Leckerlis & Futter

Leckerlis & Futter sind für die meisten Katzen gut geeignet – wenn aber das Clickertraining mit deiner Katze nicht so recht klappen will, lohnt es sich zu hinterfragen, ob die Katze die Leckerlis einfach nimmt, um DIR einen Gefallen zu tun – oder ob sie für deine Katze wirklich Verstärker-Qualität haben. 

Vorteile:

  • In kleinen Einheiten lieferbar
  • Ist schnell und ohne grosse Verzögerung lieferbar
  • Wichtige Ressource 

Nachteile / Einschränkungen / Bedingungen:

  • Nicht nutzbar in Situationen, wo deine Katze nichts fressen sollte (z.B. vor manchen tierärztlichen Untersuchungen)
  • Bitte achte darauf, dass die Stückchen wirklich klein sind – maximal 0.5×0.5×0.5 cm. Grösser sollten sie nicht sein.
  • Kann schwierig werden, wenn deine Katze plötzlich unter einer Futtermittelunverträglichkeit leiden sollte. 
  • Kein Gegenargument ist allerdings der Dickmacher-Mythos, wie du im Beitrag «Clickertraining für Katzen: Was es ist und warum es funktioniert» gerne nachlesen kannst. 

Streicheln / Bürsten / Kraulen

Diese Art von Verstärkern wird oft unterschätzt, ist aber für viele zutrauliche und anschmiegsame Katzen auch super geeignet. 

Vorteile:

  • Auch nutzbar, wenn deine Katze gerade nichts fressen darf, was z.B. bei Boxentraining oder sonstigem Medical-Training sehr hilfreich sein kann.
  • Hat zudem eine beruhigende Wirkung, was gerade beim Medical-Training super gelegen kommt. 
  • Ist in kleinen Einheiten lieferbar.
  • Ist schnell und ohne grössere Verzögerung lieferbar. 

Nachteile / Einschränkungen / Bedingungen:

  • Nicht super geeignet für Verhaltensweisen mit viel Bewegung, weil es an sich eine beruhigende Wirkung hat.
  • NACH dem Clickertraining sollte eine längere Bürsten- / Streichel- / Krauleinheit folgen, weil du sie während dem Training nur kurz bietest.

Spielen

Spielen kann gerade für sehr aktive Katzen ein ganz toller Verstärker sein.

Vorteile:

  • Auch einsetzbar, wenn deine Katze gerade nichts fressen sollte.
  • Macht für viele Katzen das Clickertraining noch spannender, weil einfach mehr Action mit «im Spiel» ist.
  •  

Nachteile / Einschränkungen / Bedingungen:

  • Schwierig für Verhaltensweisen, bei denen deine Katze ruhig sein soll, wie beispielsweise Boxentraining, Krallenschneiden, oder ähnliches.
  • NACH dem Clickertraining sollte eine wirklich echte Spieleinheit folgen, inkl. Cool-Down, damit deine Katze ihr «System wieder runterfahren» kann und auch noch einen echten Jagderfolg bekommt.

Gerüche

Bei manchen Katzen funktionieren auch Gerüche gut, z.B. durch einen Rosmarinzweig oder Baldriankissen. Wenn deine Katze dazu gehört, kannst du z.B. die Geruchsquellen in eine verschliessbare Dose legen. 

Vorteile:

  • Schnell lieferbar
  • Funktioniert auch, wenn deine Katze gerade nichts fressen darf

Nachteile / Einschränkungen / Bedingungen:

  • Bitte verwende dazu KEINE ätherischen Öle (!!!)
  • Keine Desinfektionsmittel, auch wenn deine Katze deren Geruch lieben sollte (z.B. Javelwasser) – aber die beschädigen die Geruchsrezeptoren.
  • Der Geruch hängt natürlich noch etwas in der Luft, wenn du den riechenden Gegenstand wegnimmst und oft auch schon, bevor du ihn der Katze präsentierst.
  • Sollte deine Katze gerade nichts zu fressen bekommen, z.B. weil sie nüchtern zum Tierarzt muss, oder darf sie aus gesundheitlichen Gründen nicht alle Fleischsorten bekommen, solltest du natürlich Gerüche vermeiden, die nach Futter riechen, bzw. nach diesem Futter, das sie nicht bekommen darf. 

Deine Stimme

Auch deine Stimme, Stimmlage und deine Sprechweise können für viele Katzen als Verstärker eingesetzt werden – Lob wird als Verstärker oft unterschätzt. 

Vorteile:

  • Immer und gezielt einsatzbereit
  • Funktioniert auch gut in Kombination mit anderen Verstärkern, um diese zusätzlich aufzuwerten

Nachteile / Einschränkungen / Bedingungen:

  • Nichts für Quasseltanten oder -onkel! Erfordert etwas Selbstbeherrschung – also Schweigen ist Pflicht, wenn deine Katze das von dir gewünschte Verhalten nicht zeigt.

Umgebungs-Verstärker wie Freigang, Zugang zu Räumen & Orten, die sonst tabu sind

Auch das sind eigentlich tolle Verstärker, aber für Übungseinheiten mit mehreren Durchläufen natürlich nicht so toll geeignet. Du kannst sie aber als krönenden Abschluss nach einem Training anbieten. 

Selbstgewählte Verstärker

Das ist zwar kein Verstärker im eigentlichen Sinne, aber eine Technik, wie du Verstärker für deine Katze NOCH attraktiver machen kannst. Es ist sozusagen DAS Non-Plus-Ultra, mit dem das Clickertraining für deine Katze zum absoluten Highlight des Tages wird. 

Fazit

Verstärker sind also nicht starr und für immer gültig – sie entwickeln sich und können sich verändern, genau wie deine Katze. 

Vielleicht hast du dich beim Lesen spontan an die eine oder andere Situation mit deiner Katze erinnert, bei der Verstärker im Spiel waren – damit hast du dann gleich erste Anhaltspunkt(e), was als Verstärker für DEINE Katze in Frage kommen könnte. Denn meine Ideen sind keineswegs abschliessend – sie sollen dir vielmehr die Vielfalt an Möglichkeiten aufzeigen und etwas Orientierung geben.

Wenn du jetzt Lust bekommen hast, ins Clickertraining mit deiner Katze einzusteigen, dann könnte mein kostenloser Mini-Kurs Clicker-Basics interessant sein: Hier erfährst du mehr darüber.

Und wenn du noch besser verstehen möchtest, was Clickertraining ist und warum es funktioniert, dann findest du dazu alles im Beitrag «Clickertraining für Katzen: Was es ist und warum es funktioniert.»

FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Thema Verstärker im Clickertrainig

Ob eine Belohnung im Clickertraining ein Verstärker ist oder nicht, erkennst du daran, ob das Verhalten, das du verstärken wolltest, im Anschluss häufiger oder intensiver gezeigt wird. 

Häufig funktionierten Leckerli oder Futter gut als Verstärker. Einen „besten“ Verstärker gibt es aber so nicht, denn ob etwas ein Verstärker ist, entscheidet sich daran, ob das Verhalten danach häufiger oder intensiver gezeigt wird, und nicht daran, ob es für den Clickertrainer praktisch ist. 

Ja, das solltest du unbedingt. Allerdings solltest du darauf Acht geben, dass deine Katze nicht übersättigt davon ist. 

Nun, grundsätzlich funktioniert er zwar, das ist aber nicht der Grund, warum er als funktionaler Verstärker bezeichnet wird. Bei einem funktionalen Verstärker übernimmt das Erreichen eines Zieles  eines Verhaltens gleichzeitig die Rolle des Verstärkers. 

Wenn ein Verstärker plötzlich nicht mehr funktioniert, kann dies verschiedene Ursachen haben – zum Beispiel veränderte Bedürfnisse oder negative Lernerfahrungen damit.
Bevor du einfach einen anderen Verstärker ausprobierst, lohnt sich also auch ein Blick auf deinen Trainingsaufbau.

Ja, das ist sogar oft sinnvoll. Durch die Kombination verschiedener Verstärker kannst du die Motivation deiner Katze erhöhen und flexibler auf ihre aktuellen Bedürfnisse eingehen. Wichtig ist, dass der Verstärker zur Situation und zum gewünschten Verhalten passt.

Bedürfnisse von Katzen sind wie auch unsere Bedürfnisse nicht immer dieselben. Ist deine Katze satt, findet sie Leckerli vielleicht nicht überzeugend, wie wenn sie gerade von der Revierkontrolle nach Hause kommt. 

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Katzenpsychologie Brigitte Richner
Brigitte Richner
zert. Katzenpsychologin.
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