Die Wilden Fünf Minuten
Olympia-würdige Kapriolen - und die feineren Varianten
Plötzlich rast deine Katze durch die Wohnung, springt Wände hoch oder vergreift sich scheinbar grundlos am Teppich – und genauso plötzlich ist wieder Ruhe.
Diese sogenannten Wilden Fünf Minuten verunsichern viele Katzenhalter*innen. Ist das zu wenig Beschäftigung? Frust? Oder ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt?
In diesem Beitrag schauen wir gemeinsam hin: was hinter diesen Momenten steckt, welche unterschiedlichen Formen sie annehmen können – und wie du deine Katze dabei sinnvoll unterstützen kannst, ohne sie zu unterbrechen oder zu stressen.
Inhaltsverzeichnis
Was hinter dem plötzlichen Aufdrehen steckt
Kennst du das? Wie aus dem Nichts, meist während du gerade das Futter vorbereitest, schiesst deine Katze davon, wie von der Tarantel gestochen. Sie rast auf die Wand zu, macht einen Hechtsprung auf 1 Meter Höhe, stösst sich ab wie ein Olympia-Schwimmer von der Bassin-Wand, rast in die andere Richtung, Hechtsprung aufs Sofa und von da per Flug direkt auf den Kratzbaum. Und du stehst da, mit dem Futternapf in der Hand, und fragst dich, was gerade los war. Und so, wie es anfangen hat, kehrt wieder Ruhe ein. Die Wilden Fünf Minuten…
Die oder ähnliche Szenen erleben Halter*innen von bewegungsfreudigen Katzen meist regelmässig – vielleicht nicht täglich, aber doch immer wieder. Wenn deine Katze nicht so sehr zu den Bewegungsfreudigen gehört, beobachtest du stattdessen vielleicht manchmal plötzliche Kratzattacken am Teppich oder Sofa – oder auch an dafür vorgesehenen Orten wie Kratzbaum oder Kratzbrett.
Die wilden Fünf Minuten kommen in den besten Katzenhaushalten vor – doch was steckt dahinter?
Die Wilden Fünf Minuten als Regulationsverhalten
Die Wilden Fünf Minuten sind weder Rebellion noch Kommunikation – und sie entstehen auch nicht wirklich aus dem Nichts. Sie sind ganz einfach ein Regulationsverhalten:
Energie staut sich an, meist über mehrere Stunden. Und selbst wenn du deiner Katze das perfekte Spiel und das perfekte Beschäftigungsprogramm bietest: Ein Spiel ist ein Spiel – und die Katze realisiert das durchaus. Sie hält sich zurück – was bleibt ist Restenergie, die sich sammelt.
(Stell dir vor, du erlebst einen grossen Erfolg – oder einen ärgerlichen Misserfolg. Unter Menschen zeigst du deine Emotionen oft weniger, als wenn du allein bist oder im Kreis deiner Lieben. Genau dort entlädt sich dann die aufgestaute Freude oder der Ärger. Das wären dann deine Wilden Fünf Minuten – so in etwas 😉)
Was du vermeiden solltest
- Vermeiden solltest du auf jeden Fall, deine Katze zu unterbrechen oder sie gar auszuschimpfen, denn dadurch verhinderst du die Regulation und verunsicherst deine Katze – das führt zu Stress.
- Ebenfalls solltest du solche «emotionalen Ausbrüche» nicht als Aufforderung zu wildem Spiel missverstehen – dadurch fährst du die Erregung weiter hoch und schaffst ungewünschte Verknüpfungen.
- Auch als Provokation solltest du das nicht missverstehen – denn das ist es schlicht und einfach nicht. Deine Katze meint nicht dich.
Wie du deiner Katze helfen kannst
- Ermögliche deiner Katze, diese Wilden Fünf Minuten auszuleben. Bei bewegungsfreudigen Katzen sorge für eine freie Bahn in deiner Wohnung, und vermeide, wenn möglich, ein häufiges Umstellen deiner Möbel. Vor allem kleinere Verschiebungen könnten deiner Katze zum Verhängnis werden, auch wenn Katzen ein ausgeprägtes räumliches Sehvermögen haben und Distanzen meist super abschätzen können.
- Offene Zimmertüren können die «Rennbahn» erweitern – nutze dies, und achte darauf, dass in der bevorzugten Strecke deiner Katze keine instabilen Hindernisse stehen.
- Bei weniger bewegungsfreudigen Katzen sind natürlich Kratzmöbel wichtig. Natürlich werden diese auch gerne von bewegungsfreudigeren Katzen genutzt, unabhängig von den Wilden fünf Minuten.
Und – ganz wichtig: Die Wilden Fünf Minuten kommen in den besten Katzenhaushalten vor. Natürlich ist es wichtig, deiner Katze artgerechte Spiele und Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten. Aber selbst das perfekte Spiel ist genau das: Ein Spiel.
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