Ungeduldig beim Füttern?

So lernen Katzen, ruhiger zu warten

Kennst du das? Du stehst in der Küche und bereitest das Abendessen für deine Katzen vor. Eine deiner Katzen setzt sich ruhig neben dich und wartet geduldig. Sie beobachtet gelassen und scheinbar nicht besonders interessiert dein Tun. Die andere Katze steht schon bereit, noch ehe du überhaupt angefangen hast. Sie tigert herum, schmeichelt sich um deine Beine. Du kannst kaum einen Schritt tun, ohne zu befürchten, ihr auf die Pfote zu treten. Vielleicht begleitet sie ihr Tun noch durch lautstarkes Miauen. 🐱

Futterungeduld

Inhaltsverzeichnis

Aber warum ist das so? Warum ist eine Katze geduldig – und die andere nicht?

Natürlich hängt das von ganz unterschiedlichen Faktoren ab:

  • Wie hungrig ist die Katze?

  • Wie wichtig ist Futter generell für deine Katze?

  • Welchen Ritual-Wert erfüllt die Fütterung für deine Katze?

  • Und natürlich noch einige mehr …

Geduldig oder ungeduldig – oft ist Lernen der entscheidende Unterschied

Aber selbst, wenn diese Fragen alle mit „SEHR“ beantwortet werden können, sagt das noch nichts darüber aus, warum die eine Katze ruhig wartet und die andere nicht. Vielleicht ist die ruhige Katze genauso hungrig. Vielleicht ist für sie Futter genauso wichtig. Und vielleicht ist das Ritual für sie ebenso eines der grössten Highlights.

Ein ganz wichtiger Faktor kommt aber noch dazu: die Lernerfahrung.

Und wie kann sich aus einer einfachen Lernerfahrung so unterschiedliches Verhalten entwickeln? Das geschieht oft völlig unbewusst – ausschlaggebend ist der Augenblick. Wenn du einmal das Futter in einem Moment hingestellt hast, in dem deine Katze unruhig war – oder eben ruhig – dann lernt sie: Dieses Verhalten hat sich gelohnt. Sie wird es in der Folge vermehrt anwenden. Und wenn es mehrfach funktioniert, ergibt sich daraus eine Strategie, um an Futter zu kommen. Das ist übrigens nicht zwingend eine bewusste Lernerfahrung. 

Ruhiges Verhalten gezielt fördern – mit dem Clicker-Prinzip

Wenn du ganz gezielt etwas gegen dieses Herumtigern tun möchtest, kannst du das mit Unterstützung von Clickertraining machen. Natürlich brauchst du nicht zwingend einen Clicker dazu – aber das Prinzip des Clickerns funktioniert hier besonders gut, weil du ganz gezielt einzelne Augenblicke verstärken kannst. Das geht viel zielgerichteter als durch schnelles Napf-Hinstellen. Und es braucht auch keine extra Trainingseinheit dazu – versprochen. 😉

Falls dich interessiert, WARUM Clickertraining hier super gut funktioniert, findest du dazu meinen Beitrag „Clickertraining für Katzen: Was es ist und warum es funktioniert.“

Und wenn du wissen möchtest, wie flexibel dieses Prinzip ist: Ich habe z.B. auch darüber geschrieben, wie Clickertraining mit einer tauben Katze funktionieren kann. => „Clickern mit tauber Katze“

So kannst du es im Alltag umsetzen

  • Gestalte die Fütterung wie immer – bitte nicht hinauszögern und die Geduld deiner Katze unnötig strapazieren.

  • Gib in einem Moment, der ein wenig ruhiger ist als die Momente davor, den Marker (Click) – direkt gefolgt vom Futternapf.

  • Wenn dein Timing gut ist, zeigt deine Katze meist recht bald vermehrt ein ruhigeres Verhalten. Versuche dann, immer einen noch ruhigeren Moment zu erwischen.

  • Wenn du mehrere „Rum-Tiger*innen“ hast: Konzentriere dich erst einmal auf eine Katze, bis du dort Fortschritte siehst, und erst danach auf die nächste.

Ich wiederhole mich an dieser Stelle bewusst noch einmal, weil mir das besonders wichtig ist: Was du auf keinen Fall tun solltest, ist deine Katze lange warten zu lassen. Das ist für sie sehr frustrierend und verunsichernd. Sie lernt dadurch nicht: „Ich soll geduldig sein“, sondern eher: „Die Fütterung ist irgendwie blöd geworden.“ Es geht nicht darum, die Katze ruhig zu machen – sondern ruhiges Verhalten lohnenswert zu machen.

Wenn du tiefer einsteigen möchtest

Wenn du gezielt daran arbeiten möchtest, dass deine Katze entspannter auf ihr Futter wartet, dann können dir die Grundlagen des Clickertrainings im Alltag sehr helfen. Ich habe dazu einen kleinen, kostenlosen Mini-Kurs erstellt – und in diesem Beitrag erkläre ich dir auch, warum es diesen Mini-Kurs überhaupt gibt und wofür er gedacht ist: Hier geht’s zum Beitrag „Warum es den Mini-Kurs Clicker-Basics gibt“.

Und wenn du direkt loslegen möchtest:

👉 Hier kannst du dich kostenlos zum Mini-Kurs Clicker-Basics anmelden: Direkt zum Checkout / Anmeldeformular

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Katzenpsychologie Brigitte Richner
Brigitte Richner
zert. Katzenpsychologin.
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