Clickertraining für Katzen: Was es ist und warum es funktioniert
Warum Clickertraining so gut funktioniert
In diesem Beitrag erfährst du, was Clickertraining für Katzen eigentlich ist, warum es so gut funktioniert und weshalb diese Trainingsmethode das Lernen deiner Katze erstaunlich einfach machen kann.
Inhaltsverzeichnis
Bestimmt hast du schon von Clickertraining gehört. Vielleicht clickerst du auch schon lange mit deiner Katze oder du denkst schon lange, dass du dies gerne ausprobieren möchtest.
In diesem Beitrag erfährst du, was Clickertraining eigentlich ist und WARUM es funktioniert. Wenn du aber nur wissen möchtest, WIE Clickertraining funktioniert und eine Anleitung möchtest, kannst du dich natürlich gerne direkt in meinen kostenlosen Mini-Kurs «Clicker-Basics» eintragen .
Clickertraining: Zirkusreife Tricks, Unterhaltung oder Erziehung?
Wenn du zu den Katzenhalter*innen gehörst, die keine dressierte Katzen möchten, und glaubst, Clickertraining sei eine reine Spass-Fabrik für Katzen und Instagram, dann lass dir sagen: Das ist es nicht.
Clickertraining ist – in meiner Auffassung – eine Methode, deiner Katze mitzuteilen, dass sie gerade etwas gemacht hat, das du richtig toll findest. Im weitesten Sinne wäre es also eher Erziehung.
Aber ganz ehrlich: Möchtest du eine gut erzogene Katze? Also, ich eigentlich nicht. Ich möchte eine Katze, die macht, was sie möchte – aber natürlich innerhalb eines Rahmens, der ein Zusammenleben beidseitig angenehm macht.
Also vielleicht doch ein kleines bisschen Erziehung? Nun, ich mag es nicht, in Zusammenhang mit Katzen von Erziehung zu sprechen oder von Benimm-Regeln und dergleichen. Denn ich erlebe Katzen so, dass sie – wie übrigens jedes Lebewesen – eigentlich ihren Sozialpartnern einfach gefallen und von ihnen gerngehabt werden möchten.
Und GENAU DA kannst du mit Clickertraining uuuuunglaublich viel bewegen.
Clickertraining mit Katzen: Ja – das geht. Und zwar WIRKLICH mit allen Katzen
Diese Behauptung wage ich aufzustellen. Und warum das so ist, auch das erfährst du in den kommenden Kapiteln.
Was ist Clickertraining mit Katzen eigentlich?
Ganz kurz möchte ich die Funktionsweise hier doch beschreiben – auch wenn ich oben auf meinen Mini-Kurs verwiesen habe. Denn ganz ohne die grundlegende Funktionsweise wirst du meinen weiteren Text wohl nicht so recht zuordnen können.
Erst einmal: Was brauchst du für’s Clickertraining?
Du brauchst:
- Eine Katze
- Ein Verhalten deiner Katze
- Einen Marker (z.B. Clicker, Zungenschnalzen, Rascheln)
- Einen Verstärker (z.B. Leckerli, Lob, Streicheln)
- Ein Signal
Und dann: Wie setzt du diese Dinge ein?
Diese vier Dinge kommen beim Clickertraining in eben dieser Reihenfolge zum Einsatz.
Zuerst:
- Deine Katze ->
- zeigt ein Verhalten ->
- du markerst ->
- und gibst den Verstärker.
Später:
- Du gibst ein Signal ->
- deine Katze ->
- zeigt ein Verhalten ->
- du markerst ->
- und gibst den Verstärker.
Beispiel: Deine Katze springt auf den Tisch (Verhalten), du clickst (Marker) und gibst direkt danach ein Leckerli (Verstärker).
Die drei grossen Schlüssel-Faktoren für ein Gelingen im Clickertraining sind dein Timing, die Wahl des Verstärkers und die Emotionen.
Und damit kommen wir nun schon zum nächsten grossen Kapitel:
Und WARUM funktioniert Clickertraining?
Damit Clickertraining funktioniert, braucht es keine herausragende Intelligenz, es braucht keine bewusste Bereitschaft zu kooperieren und es braucht keine langjährige Trainerausbildung.
Zugegeben – diese Dinge helfen. Aber „Clicker“-training passiert im Grunde genommen im Alltag ganz automatisch. Wenn du zum Beispiel den Küchenschrank öffnest, wo du das Katzenfutter drin aufbewahrst, hast du bestimmt schon festgestellt: Du hast sofort die Aufmerksamkeit deiner Katze. Denn über die Zeit hat deine Katze das Geräusch schon oft in Kombination mit Futter – einer überlebensrelevanten Ressource – vernommen.
Dasselbe gilt auch in anderer Richtung: Wenn du die Transportbox rausholst (falls du sie nicht immer rumstehen hast), reagieren die meisten Katzen (die schon unangenehme Erfahrungen beim Tierarzt gemacht haben) mit Rückzug. Und warum? Weil sie schon mehrfach in Kombination mit der Transportbox eine unangenehme Erfahrung gemacht haben.
Zusammengefasst lässt sich also sagen: Clickertraining funktioniert, weil dabei Dinge passieren, die für die Katze relevant, also wichtig sind.
Aber warum brauchst du denn einen Clicker?
Wenn du nun hinterfragst, warum es denn einen Marker/Clicker braucht – schliesslich passieren wichtige Dinge auch ohne Clicker und Katzen lernen auch seit Jahrtausenden ohne Clicker – dann ist das eine gute und berechtigte Frage. Und grundsätzlich lässt sich auch sagen: Du brauchst nicht zwingend nach dem Prinzip des Clickertrainings vorzugehen, um deiner Katze etwas beizubringen.
Aber: Mit Clicker, bzw. Marker, kannst du viel präziser sein mit deinen Informationen – und dadurch versteht dich deine Katze um einiges schneller. Das wiederum führt zu mehr Erfolgserlebnissen und mehr Selbstwirksamkeit.
Was passiert dabei im Gehirn deiner Katze?
Was passiert, wenn das Gehirn wichtige Dinge wahrnimmt? Ganz einfach: Es speichert sie ab. Das ist ja schon mal klar. Aber, was genau speichert es ab?
Das Gehirn speichert ab, wie es sich dabei gefühlt hat. Bzw., wie sich das Lebewesen dabei gefühlt hat natürlich, nicht das Gehirn 😉. Und es speichert ab, was die Folge des «wichtigen Dinges» war, was vor dem «wichtigen Ding» geschah und vor allem auch: Was es selbst getan hat, um dieses «wichtige Ding» zu bekommen oder zu vermeiden.
Dazu werden noch ganz viele andere Dinge abgespeichert: Wie ist das Licht, wie riecht es, welche Farbe hat diese «Ding» und noch ganz, ganz vieles mehr. Und all diese Dinge werden komplett automatisch abgespeichert – völlig unbewusst und ohne, dass ein Lebewesen dies bewusst beeinflussen könnte.
Vielleicht hast du schon den Begriff «Positive Verstärkung» gehört. Das ist nämlich das Prinzip, nach welchem wir im Clickertraining im Normalfall vorgehen. Zum Thema «Positive Verstärkung» und seine «Geschwister» negative Verstärkung, positive Strafe und negative Strafe erscheint demnächst ein separater Blogbeitrag – hier in diesem Beitrag darauf einzugehen, würde den Rahmen sprengen 😉
Aber ich möchte kurz darauf eingehen, was zusätzlich zu diesen «Autospeicher-Vorgängen» im Gehirn noch passiert bei der positiven Verstärkung, und folglich ebenfalls mit abgespeichert wird.
Neurobiologische Vorgänge bei der positiven Verstärkung
Jepp – ich weiss, der Titel klingt sehr hochgestochen. So schlimm wird es aber nicht, versprochen 😉
Also, gehen wir kurz zurück zum Beispiel der Katze, die auf den Tisch springt. Aber, wir wenden das Blatt und schauen uns an, was passiert, wenn du deiner Katze beibringen möchtest, NICHT auf den Tisch zu springen.
Erst mal: Katze springt auf den Tisch
Nehmen wir mal an, das ist das, was sie in diesem Moment erreichen möchte – das Verhalten, auf den Tisch zu springen, ist deshalb selbstverstärkend. In dem Moment, in dem sie oben ankommt, wird das Belohnungszentrum aktiviert und Dopamin ausgeschüttet – weil das Gehirn registriert: Ziel erreicht, das hat sich gelohnt.
Das kannst du dir merken. Was du dir nicht merken musst aber dich vielleicht interessiert: Die daran beteiligten Gehirnbereiche sind VTA (ventrales Tegmentum), präfrontale Cortex, Nucleus accumbens und die Amygdala.
Dopamin ist der wichtigste Neurotransmitter des Belohnungszentrums. Vereinfacht ausgedrückt könnte man sagen: Die Katze lernt: Wenn ich Lust darauf habe, auf den Tisch zu springen und dies auch tue, dann erfüllt mich das mit einem echt tollen Gefühl – ich fühle mich belohnt! Folglich wird sie dieses Verhalten künftig immer zeigen, wenn sie darauf Lust hat.
Jetzt kommst du ins Spiel mit Clickertraining
Wir nehmen jetzt einfach mal an, du möchtest deiner Katze beibringen, NICHT auf den Tisch zu springen. Wie gehst du da vor?
Nun, zunächst musst du ein bisschen was vorbereiten – du verknüpfst den Marker fest mit dem Verstärker – dieser Vorgang nennt sich in der Fachsprache die «Klassische Konditionierung». Wenn du wissen möchtest, wie du da genau vorgehen und worauf du achten solltest, dann buche dir gerne den kostenlosen Selbstlern-Mini-Kurs «Clicker-Basics».
Was passiert bei dieser klassischen Konditionierung? Ich hab’s bereits erwähnt: Der Marker und der Verstärker werden fest miteinander verknüpft und als «zusammengehörendes Duo» im Gehirn abgespeichert. Das bedeutet, dass wenn dein Verstärker zum Beispiel ein Leckerli ist, der Marker dann denselben Ablauf auslöst im Gehirn wie das Leckerli selbst. Das Belohnungszentrum wird aktiviert und es wird Dopamin ausgeschüttet.
Sobald du die Konditionierung aufgebaut hast, kannst du deiner Katze beibringen, NICHT auf den Tisch zu springen. Es gibt natürlich verschiedene Ansätze, aber schauen wir uns mal den naheliegendsten an:
Also: Wenn die Katze auf den Tisch springt, reagierst du nicht darauf – ihr Belohnungssystem wird aktiviert, wenn sie raufspringt.
Aber: Sobald sie wieder runterspringt, und zwar wirklich GENAU DANN, markerst (clickst) und verstärkst du das Runterspringen.
Und genau in dem Moment, in dem du clickst, wird ebenfalls Dopamin ausgeschüttet. Du hast also das Runterspringen verstärkt. Damit deine Katze nicht lernt, ok – ich muss auf den Tisch springen, damit ich danach Runterspringen kann, um meinen Verstärker zu bekommen, solltest du nun natürlich anfangen, eine Verhaltensweise einzuführen, die es deiner Katze ermöglicht, auch ohne das auf den Tisch springen an den Verstärker zu kommen. 😻
Beim Clickertraining funktioniert Lernen besonders gut, wenn ein Verhalten mit einer positiven Emotion verbunden ist. Im Gehirn sind dafür mehrere emotionale Systeme verantwortlich, zum Beispiel das sogenannte SEEKING-System, das Neugier und Motivation steuert. Wenn du das Training mit Spass verbindest, werden auch diese positiven Emotionen mit abgespeichert.
Das ABC-Schema
Das Beibringen von Verhaltensweisen nennt sich übrigens in der Fachsprache «operante Konditionierung». Die operante Konditionierung funktioniert durch Versuch und Irrtum – deine Katze versucht etwas, das entweder zu Erfolg führt oder eben nicht.
Wie auch bei der klassischen Konditionierung speichert das Gehirn dabei alle dazugehörenden Informationen ab. Jedem Verhalten geht etwas voraus – man spricht dabei vom Antezedent. Und jedes Verhalten hat eine Konsequenz. Dieses «Schema» ist absolut unabhängig vom Clickertraining. Also:
ABC kommt aus dem Englischen und steht für
A= Antecedent (Antezedent) // B=Behaviour (Verhalten) // C=Consequence (Konsequenz)
Wenn sich nun deine Katze beispielsweise vor der Transportbox fürchtet, dann wäre die Transportbox, die du rausholst, der Antezedent.
Das Verhalten deiner Katze wäre dann Rückzug.
Die Konsequenz davon ist, dass sich die Katze unter dem Bett verkrochen sicher fühlt.
In diesem Beispiel wird das Verhalten Rückzug verstärkt, denn es löst das Gefühl von Sicherheit aus. Wenn du nun jeden einzelnen Schritt, den deine Katze in Richtung Transportbox macht, mit dem Clicker / Marker markierst und mit dem klassisch konditionierten Verstärker verstärkst, führt dies dazu, dass sich die Katze immer näher an die Transportbox wagen wird.
Und wozu ist das Beibringen von Verhaltensweisen eigentlich so wertvoll, ausser dass der Mensch etwas davon hat?
Dies hat nun mehrere super-tolle Effekte: Einerseits stellt deine Katze fest, dass sie selbst bewirken kann, dass sie den Verstärker von dir bekommt => SELBSTWIRKSAMKEIT!
Zudem wird die Transportbox mit der Zeit unglaublich wertvoll für deine Katze und kann sogar zum Antezedent für ein super-tolles (Trainings-)Erlebnis werden.
Was du hier draus mitnehmen darfst:
Clickertraining funktioniert NICHT, weil die Katze ein Leckerli bekommt. Clickertraining funktioniert, weil die Katze lernt, welches Verhalten eine positive Konsequenz auslöst.
Der Click macht also nicht das Verhalten – er macht den Zusammenhang sichtbar.
Der Marker
Von Vorteil verwendest du einen Marker, der immer gleich klingt und ein kurzes, gut erkennbares Geräusch macht.
Wenn du einen klassischen Clicker verwenden möchtest, dann empfehle ich oft den Soft-Clicker von Trixie – der ist bei weitem laut genug für ein gesundes Katzengehör.
Du kannst aber auch andere Geräuschquellen verwenden – zum Beispiel ein Zungenschnalzen oder ein Wort – dies ist zwar nicht ganz so eindeutig wie ein Clicker, weil es jedes Mal, wenn wir das Geräusch verursachen, ein kleines bisschen anders klingen als beim vorherigen Mal, aber bietet den grossen Vorteil, dass du so den «Clicker» immer bei dir hast.
Übrigens: Wenn deine Katze taub sein sollte, und du dennoch mit ihr clickern möchtest, dann findest du hier einen Beitrag, den ich mal zu diesem Thema geschrieben habe: «Clickern mit tauber Katze».
Was du beachten solltest ist, dass der Marker ab da, wo du mit dem Training beginnst, nicht mehr erklingen oder erscheinen sollte, ohne anschliessenden Verstärker!
Einen Hinweis möchte ich hier noch geben: Der Marker markiert ein Verhalten. Er ist nicht dazu da, deine Katze zu rufen oder ihr Anweisungen zu geben. Dieses Missverständnis begegnet mir hin und wieder in meiner Arbeit als Katzentrainerin – meist mit dem Hinweis, die Katze würde das Training nicht verstehen 😉
Die Macht des richtigen Verstärkers
Der Verstärker wird oft als Belohnung bezeichnet. Aber, eigentlich ist ein Verstärker nicht direkt eine Belohnung, auch wenn weiter oben vom neurologischen Belohnungssystem die Rede ist. Ein Verstärker verstärkt ein Verhalten – das Verhalten tritt also häufiger auf als bevor es verstärkt wurde.
Der Unterschied ist eigentlich einfach erklärt: Von einer Belohnung hast du irgendwann genug – von einem Verstärker eigentlich erst dann, wenn du andere Bedürfnisse hast.
Beispiel: Du sollst einen Ball in einen Korb werfen. Gelingt dir das nicht, spielt es keine grosse Rolle, ob du im Anschluss für deine Versuche Geld bekommst. Geld wäre die Belohnung, die deine Versuche vielleicht eine Zeit lang antreiben und KANN anfangs ein Motivator sein. Aber sobald du beim Werfen das Ziel triffst und bejubelt wirst, steigt deine Motivation, das immer wieder zu versuchen – dein Verhalten «Ball in Korb werfen» wird also dadurch verstärkt. In diesem Beispiel ist der Jubel der viel grössere Motivator als die Belohnung – das Geld – danach. Und der Grund, warum du üben wirst, den Ball in den Korb zu werfen, ist nicht mehr in erster Linie das Geld, sondern der Jubel, den du wieder auslösen möchtest.
Wenn du mehr zum Thema Verstärker erfahren möchtest, findest du dazu im Beitrag «Clickertraining für Katzen: Die richtigen Verstärker wählen» noch viele weiteren Informationen.
Was kannst du mit Clickertraining erreichen?
Ein gut gemachtes Clickertraining ebnet den Weg zu ganz vielen Vorteilen:
- Deine Katze und du habt gemeinsam Spass! Es fördert also die Katze-Mensch-Beziehung.
- In vielen Bereichen im Medical-Training kann Clickertraining sinnvoll unterstützend eingesetzt werden.
- Clickern stärkt das Selbstvertrauen deiner Katze dank erlebter Selbstwirksamkeit!
- Clickertraining ermöglicht eine einfache und effektive Kommunikation mit deiner Katze. So kannst du sie beispielsweise davon überzeugen, geduldig auf ihr Futter zu warten.
- Mit Clickertraining kannst du deine Katze dabei unterstützen zu verstehen, was du von ihr möchtest und was lieber nicht.
- Clickertraining fordert und fördert deine Katze mental und gibt ihr sinnvolle Herausforderungen und Beschäftigung – egal, ob du Tricks übst oder einfache alltägliche Verhaltensweisen.
Häufige Missverständnisse & Befürchtungen
Deine Katze hat Angst vor dem Clicker
- Du kannst einen leiseren Clicker verwenden, z.B. den Soft-Clicker von Trixie oder ein optisches Signal. Zum Thema optische Signale findest du ein paar Ideen im Blogbeitrag «Clickern mit tauber Katze».
- Vielleicht hast du den Clicker zu nah am Ohr deiner Katze betätigt und sie hat sich erschrocken.
- Vielleicht warst du selbst aufgeregt, als du den ersten Clicker-Versuch unternommen hast? Es könnte sein, dass deine Katze deshalb verunsichert wurde.
- Vermeiden solltest du auch, deine Katze zum Beispiel irgendwo hin zu setzen, wenn du mit ihr üben willst. Auch das kann sie enorm verunsichern.
Du denkst, deine Katze sei zu alt, zum Clickern
So lange deine Katze gesund ist, wird sie sich gerne von dir «beclickern» lassen. Eine Herausforderung kann es werden, wenn es deiner Katze häufig nicht gut geht, z.B. sie unter Zahnschmerzen oder Arthroseschmerzen leidet.
Wie du weiter oben im Kapitel «Was passiert im Gehirn beim Clickertraining» erfahren hast, werden auch Emotionen abgespeichert – und wenn es einer Katze nicht gut geht beim Clickern, wird dieses Unwohlsein mit abgespeichert. Du solltest in dieser Situation darauf schauen, dass du mit ihr Dinge übst, die sie wirklich gut und ohne Beschwerden machen kannst.
Wenn sich also eine schon ältere Katze nicht mehr aufs Clickern einlassen mag – oder ganz plötzlich nicht mehr mit von der Partie ist – ist grundsätzlich ein Tierarztbesuch angesagt.
Eine gesundheitliche Herausforderung kann ebenfalls Demenz darstellen. Da kann es natürlich sein, dass die Katze das Gelernte gleich wieder vergisst. Trotzdem ist dies kein Grund, auf ein Clickertraining zu verzichten – nur solltest du vielleicht deine Erwartungen eher in Richtung «Zusammen eine schöne Zeit verbringen» ausrichten.
Also alles in allem: Ein fortgeschrittenes Alter ist kein Grund, nicht mehr lernen zu können und am Lernen auch Spass zu haben.
Clickern macht dick
Das denken und befürchten tatsächlich viele Katzenhalter*innen.
Aber:
- Es gibt viele gesunde Leckerlis, die nicht dick machen.
- Die Leckerlis solltest du ohnehin nur ganz klein einsetzen und ein Clickertraining dauert 3-5 Minuten.
- Clickertraining eröffnet für viele Katzen, deren Lieblingsbeschäftigung das Fressen ist, ganz andere Horizonte. Plötzlich werden andere Dinge interessant, nicht nur der Napf. Das gilt übrigens auch für Activity Feeding – wenn du mehr dazu erfahren möchtest, findest du alles darüber in meinem Beitrag «Activity Feeding – wenn Futter spannend wird».
Deine Katze interessiert sich nicht fürs Clickern
Daraus schliesse ich, dass du es bereits versucht hast. Wenn sich deine Katze nicht darauf eingelassen hat, könnte es sein, dass der Verstärker eigentlich gar kein Verstärker war. Oder dass sie durch die Situation verunsichert war – vielleicht warst du etwas aufgeregt oder selbst unsicher.
Katzen mit Freigang brauchen kein Clickern
Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Zwar bietet Clickertraining eine tolle Beschäftigungsmöglichkeit für Indoor-Katzen, aber Lernen und eine Bindung zu ihrem Menschen aufbauen können schliesslich auch Outdoor-Katzen 😉
Lust auf Clickertraining bekommen?
Falls du nun Lust darauf bekommen hast, mit deiner Katze ins Clickertraining einzusteigen, dann hol dir den kostenlosen Mini-Kurs Clicker-Basics. Darin erfährst du, was du zum Clickern brauchst und worauf du achten solltest und wie du die ersten Schritte unternimmst. Du kannst hier mehr zum Kurs erfahren «Mini-Kurs Clicker-Basics» oder dich direkt hier anmelden .
FAQ - Oft gestellte Fragen zum Thema Clickertraining mit Katzen
Was ist Clickertraining bei Katzen?
Clickertraining ist eine Trainingsmethode, bei der ein kurzes (Klick-)Geräusch als Marker verwendet wird. Dieses Geräusch zeigt der Katze exakt den Moment an, in dem sie ein gewünschtes Verhalten zeigt. Danach folgt ein Verstärker, zum Beispiel ein Leckerli oder eine andere Form der Verstärkung.
Warum funktioniert Clickertraining bei Katzen so gut?
Clickertraining funktioniert so gut, weil es auf positiver Verstärkung basiert. Die Katze lernt, dass ihr eigenes Verhalten eine angenehme Konsequenz hat. Durch den Marker versteht sie sehr präzise, welches Verhalten gerade richtig war.
Kann jede Katze Clickertraining lernen?
Grundsätzlich können Katzen jeden Alters Clickertraining lernen. Wichtig ist, dass das Training in kleinen Schritten aufgebaut wird und ein Verstärker verwendet wird, den die Katze wirklich mag.
Braucht man unbedingt einen Clicker für das Training?
Nein, grundsätzlich kann auch ein anderes Markersignal verwendet werden, zum Beispiel ein kurzes Wort oder ein Zungenschnalzen. Ein Clicker hat jedoch den Vorteil, dass er immer gleich klingt und deshalb besonders präzise ist.
Kann man auch mit tauben Katzen clickern?
JA! Das geht erstaunlich gut. Ideen für Alternativen zu akkustischen Markern findest du im Beitrag „Clickern mit tauben Katzen“
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